Asia First! Autoritarismen und das Ringen um Demokratie | 3/2019

21. November 2019
Kambodscha, Phnom Penh © Lor Teng Huy, CC-BY-SA-4.0

Verschmelzung von Partei, Persönlichkeit und Staat (Teil II)

Kambodscha - Ein ausgeklügeltes Patronagesystem sichert die Macht von Hun Sen und seiner Regierungspartei und verschschafft den mit ihnen verknüpften Eliten Vorteile. Seine fortgesetzte Herrschaft vorausgesetzt, verspricht er Wähler*innen Frieden und wirtschaftliche Entwicklung und warnt vor Krieg und Unruhen, sollte die Opposition an die Macht kommen.
21. November 2019
Morning-Star-Flagge bei einer Demonstration gegen Rassismus in West-Papua © Harun Rumbarar

„West-Papua ist nicht sicher“

Indonesien - Nachdem die indonesische Regierung im September weitere Truppenkontingente nach West-Papua verlegte und Internetverbindungen kappte, ist es für Aktivist*innen noch schwieriger geworden, sich Gehör zu verschaffen. Ein Interview mit zwei Vertreter*innen der lokalen, gewaltfreien Bewegung Pasifika, dem jüngsten Mitglied der globalen pazifistischen Bewegung War Resisters International.
21. November 2019
Kambodscha, Relief Hun Sen Monument © Daniel Bultmann

Verschmelzung von Partei, Persönlichkeit und Staat (Teil I)

Kambodscha wurde in den letzten Jahren immer autoritärer. Die wichtigste Oppositionspartei wurde verboten, die Zivilgesellschaft immer mehr eingeschränkt. Hun Sen zementierte seine Macht, indem von lokaler bis nationaler politischen Ebene Staat, Partei und persönliche Interessen der Eliten zu einer Maschine verschmolzen
20. November 2019
Indonesien: Garuda, Pancasila

Wenn religiöse Zugehörigkeit das Selbst bestimmt (Teil II)

Indonesien - Die Enttäuschung über die Ungerechtigkeiten der internationalen liberalen Wirtschaftsordnung und die empfundenen Mängel des Nationalstaates, beide als Produkte einer Verwestlichung identifiziert, förderte die politische Hoffnungssuche in einem strikten Islam.
19. November 2019
neues Malaysia © Zunar

„Neues Malaysia“? – „So viel hat sich noch nicht geändert“

Malaysia - Der politische Cartoonist Zunar hat in den letzten Jahren massive Kritik an der malaysischen Regierung geübt. Nach schweren Repressalien wurde er – politisch motiviert – wegen Aufwiegelung angeklagt, das Verfahren aber nach dem Regierungswechsel eingestellt. Über seine Situation im „Neuen Malaysia“ spricht er im Interview.
15. November 2019
Garuda an einer Pancasila-Gedenkwand in einem Hotel in Malang (Ostjava), in dem einst Staatsgründer Sukarno übernachtete © Ingo Wandelt

Wenn religiöse Zugehörigkeit das Selbst bestimmt (Teil I)

Indonesien - Die Umbrüche seit dem Ende der Suharto-Ära 1998 betrafen alle sozialen und politischen Bereiche von Staat und Gesellschaft. Doch vor allem religiöse Identität dient neuerdings als Gemeinschafts- und Politik-stiftender Wert.
12. November 2019
"Haze" in Kuala Lumpur © Yusof Mat Isa

Alles beim Alten im „Neuen Malaysia“?

Malaysia – Nach dem überraschenden Wahlausgang 2018 und einem Regierungswechsel gab es große Hoffnungen auf Veränderungen im Land. Der malaysische Soziologe und Philosoph Boon Kia Meng analysiert die Herausforderungen für die neue Regierung und hinterfragt, ob tatsächlich ein Wandel stattfindet.
1. November 2019
Verbarrikadierte Moschee in XY © Andreas Harsono

Journalisten als Religionswächter

Indonesien - Journalist*innen sollten aus ihren Fehlern lernen und sich an journalistische Prinzipien halten – Aktuelle Fallbeispiele aus der menschenrechtlichen Arbeit zeigen, dass sensible Themen ihre Professionalität auf die Probe stellen und soziale Medien den Journalismus und das Leseverhalten ändern.
28. Oktober 2019
© Pixabay User 3527861

Sprache gegen Scham und Schmerz

USA/Vietnam - Der Roman „Auf Erden sind wir kurz grandios“ von Ocean Vuong packt die Geschichte(n) an der Wurzel der Herkunft. In Form eines Briefes an seine vietnamesische Mutter erzählt der in den USA lebende Protagonist von seiner Kindheit in Vietnam, vom Ankommen in den USA, von Gewalt und von Liebe.
27. Oktober 2019
Aus der Asche in die nationale versöhnung, den Wiederaufbau und die Entwicklung 1999 – 2019 © Monika Schlicher

20 Jahre in Freiheit

Osttimor / Timor-Leste - Osttimores*innen und internationale Gäste feierten den 20. Jahrestag des Referendums für die Unabhängigkeit und die Mission der Schutztruppe INTERFET. Unter dem Motto ‚20 Jahre in Freiheit’ wurde der Weg zu Frieden, Stabilität und Demokratie gewürdigt.
22. Oktober 2019
Evelyn Balais-Serrano (Forum Asia) verliest eine Botschaft von Sombath Somphones Frau Shui-Meng Ng an die Teilenehmer*innen des 11. Asia-Europe People's Forum 2016 in Ulan Batar. Wenige Wochen nach dem Asia Europe People’s Forum 2012 in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, wurde Sombath Somphone, einer der lokalen Organisatoren, Opfer von gewaltsamen Verschwindenlassens. © Stiftung Asienhaus

Die politische Ökonomie des Neuen Autoritarismus

Südostasien - Autoritäre Regierungsformen sind weltweit zunehmend zu beobachten. Jüngste Beispiele aus dem Globalen Norden sind rechtsgerichtete Regierungen in Ungarn und Polen oder der Wahlsieg Donald Trumps in den USA. Südostasien ist keine Ausnahme von diesem Trend.
21. Oktober 2019
Endlose Felder © privat

Die Macht der minutiösen Beschreibung

Vietnam - Die viehrzehn Kurzgeschichten des Erzählbandes „Endlose Felder“ spielen im Mekong-Delta und sind eng mit dieser Landschaft verwoben. Sie handeln vom Verlassen, Verlassen-Werden, von Flucht und von Sehnsucht. Die Autorin Nguyễn Ngọc Tư wurde für ihr literarisches Schaffen auf der Frankfurter Buchmesse 2018 mit dem LiBeraturpreis von Litprom ausgezeichnet.
18. Oktober 2019
Ungeachtet der internationalen Kritik an ihrer Tatenlosigkeit bezüglich der Rohingya-Krise, wird Aung San Suu Kyi in Myanmar weiterhin sehr verehrt ©Axel Harneit-Sievers; CC-BY-NC-ND 4.0

„Alles geht“-Populismus: Machterhalt in Myanmar

Myanmar befindet sich erneut in einer ‚Rohingya-Krise’. Neben schweren und schlecht durchdachten Militäraktionen richtet sich der rassistische, autoritäre Populismus gegen die muslimischen Minderheiten, insbesondere die Rohingya, um das kurzsichtige Regime zu stützen. Die behutsame Schaffung einer gemeinsamen nationalen Identität könnte diese destruktive Taktik stoppen und vielleicht sogar zu Frieden führen.
17. Oktober 2019
Filipinas protestieren zum Beispiel für längeren Mutterschutz © Del Banares

Feministischer Widerstand gegen autoritäre Männlichkeit

Philippinen - Gewalt, Aggression und ein autoritäres Verständnis von Männlichkeit, das Frauen herabwürdigt, prägen Präsident Dutertes Regierungsstil. Doch Aktivistinnen wehren sich und machen ihren Widerstand mit Hilfe von ‚social media’ weltweit bekannt
17. Oktober 2019
Im indonesischen Bildungssystem wird bisher nur unzureichend kritische Medienkompetenz gefördert © Wulan Widyasari

Populistische Politik und mangelndes kritisches Denken

Indonesien – Kontroverse Meinungen aushalten und ihren Raum nicht einschränken, ist Bestandteil von Demokratie. Doch genau damit tun sich sowohl die Regierung als auch die Gesellschaft schwer. Die Förderung von Medienkompetenz und kritischem Denken im Bildungssektor könnte dies ändern.
24. September 2019
Redtagging gegen die IFI, gesprayt gegen die Kirchenmauern in Lakewood, Zamboanga del Sur, September 2018 © IFI Pagadian

‚Dutertismo’ oder Der Verfall politischer Kultur

Philippinen - Seit Sommer 2016 geht ein Gespenst um in den Philippinen – das Gespenst des ‚Dutertismo’. Dieser zeichnet sich aus durch bizarres Mäandrieren zwischen (rechts-)populistischem, mitunter finster reaktionärem Poltern und links drapiertem Habitus. Inszeniert wird diese Pendelpolitik gemäß knallhartem Machtkalkül oder sie geschieht in impulsivem, häufig mit misogynen Attacken flankiertem Stakkato. Befindet sich das Land auf dem Weg zum Faschismus?
10. September 2019
Polizisten bei der Demonstration zum 46. Jahrestag des Kriegsrechts in Luneta, Manila © Raffy Lerma

Shrinking Civic Space: Entwicklungshemmnis und bedrohliche Realität

Südostasien - Shrinking Civic Space, die Einschränkung der Handlungsräume zivilgesellschaftlicher Akteur*innen, klingt für viele Menschen in Deutschland abstrakt. Für zivilgesellschaftliche Akteur*innen in Ländern des globalen Südens wirken sich diese Einschränkungen direkt auf ihre Arbeit, ihr Leben und Überleben aus.
8. September 2019
Trauerzeremonie am Brandenburger Tor in Berlin am 30. Oktober 2016 © Sorayut Aiemueayut

Wenn ‚gute Menschen‘ Hilfssheriff spielen – Ein Beispiel für Autoritarismus ‚von unten’

Thailand - Monarchiekritische Personen werden nicht nur online ‚an den Pranger’ gestellt und diffamiert. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf Andersdenkende. Auch im Ausland lebende Thailänder*innen sind betroffen. Gerade die Diaspora spielt eine wichtige Rolle bei der Identifizierung und Verbreitung der Identität von Kritiker*innen.
2. September 2019
Baumkampagne in Hanoi © 6700 Menschen für Bäume

Autoritärer Staat vs. solidarische Zivilgesellschaft: Reaktionen auf Umweltproteste in Vietnam

Vietnam - Öffentliche Forderungen nach Demokratie werden von staatlicher Seite nicht geduldet. Stattdessen werden Freiheitsrechte zunehmend eingeschränkt, Kritik am politischen System mit Gefängnisstrafen geahndet und soziales Engagement immer öfter als ordnungswidrig und aufrührerisch diffamiert. Der Autoritarismus des vietnamesischen Staats scheint allerdings willkürlich.
2. September 2019
Ausschnitt des Buchcovers zu Judith W. Taschlers Roman "Das Geburtstagsfest" © Verlagsgruppe Droemer Knaur*

Wenn die Vergangenheit dich einholt

Kambodscha - Judith W. Taschlers fesselnder Roman „Das Geburtstagsfest“ handelt vom Er- und Überleben des Regimes der Roten Khmer. Auf einfühlsame Weise schildert die Autorin Verdrängung, Lügen, Traumata und den Umgang mit der Vergangenheit
2. September 2019
Nationalismus, Religion und Wahlkampf auch bei dieser Einladung zu einer islamischen Veranstaltung © Timo Duile

Wahlkampf in Indonesien: Spanduk zwischen Islam und Nation

Indonesien - Für viele Beobachter*innen war der Sieg des Amtsinhabers Joko Widodo bei der Wahl im April 2019 ein Zeichen, dass die Mehrheit der Wähler*innen eine tolerantere Politik mit weniger übersteigertem Patriotismus wollen. Ein Blick auf die Symbolik im Wahlkampf zeigt jedoch, dass die Unterschiede zwischen dem Camp des Präsidenten und des Herausforderers, Prabowo Subianto, nicht besonders groß sind.
2. September 2019
Friedensdemo in Yangon © Generation Wave

„Die militärische Tradition durchdringt noch immer alles“

Myanmar - Der Menschenrechtsaktivist Moe Thway ist Gründungsmitglied und Präsident der Organisation Generation Wave, die sich für Frieden, Demokratisierung und Menschenrechte in Myanmar einsetzt. Im Interview erklärt er, warum die Kultur der Gewalt, des Militarismus und der Unterdrückung in seinem Land noch immer so stark ist.
2. September 2019
Respect My Vote protestiert gegen Suthep und fordert freie Wahlen © Holger Grafen

Autoritäre Knute, diktatorisches Gebaren und populistische Arroganz

Thailand - Die Militärs des Landes putschen in der Regel mit der Begründung, Korruption auszumerzen, die Monarchie zu schützen und Frieden und Ordnung wiederherzustellen. Tatsächlich geht es nur um den eigenen, langfristigen Machterhalt. Zugleich ist autoritäres Gebaren nicht nur auf Putschisten beschränkt.
2. September 2019
Srorn spricht bei einer Veranstaltung zu LGBTI bei HBS © Sam Jam

„LGBTI erfahren immer wieder Diskriminierung“

Kambodscha - Lesben, Schwule, Bi-, Intersexuelle und Transgender (LGBTI) werden in Kambodschas Gesellschaft marginalisiert. Das Netzwerk CamASEAN setzt sich mit Informationsarbeit und Veranstaltungen für ihre Inklusion ein und klärt die Bevölkerung über gängige Vorurteile auf. Ein Interview mit Srorn Sroun, Mitbegründer von CamASEAN.