Call for Paper: Ausgabe 3/2019

Polizisten bei der Demonstration zum 46. Jahrestag des Kriegsrechts in Luneta, Manila © Raffy Lerma

Polizisten bei der Demonstration zum 46. Jahrestag des Kriegsrechts in Luneta, Manila © Raffy Lerma

THEMA: Asia First! Autoritarismen und das Ringen um Demokratie

Politischer und religiöser Populismus und Autoritarismus sind auch in Asien auf dem Vormarsch. Sie untergraben Demokratien und schränken zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume ein. Beispielsweise hat sich in Thailand 2014 das Militär an die Macht geputscht und eine Rückkehr zur Demokratie liegt in weiter Ferne. In Kambodscha ist Staatschef Hun Sen seit über drei Jahrzehnten an der Macht. In den Philippinen verfolgt Präsident Rodrigo Duterte eine Politik der Repression, die demokratische Normen und Grundrechte massiv unterminiert während in Indonesien islamischer Populismus zunehmend die politische Landschaft bestimmt. Und China propagiert seinen Aufstieg ohne Liberalisierung und Demokratisierung als alternatives Entwicklungsmodell. Mit der „Belt and Road Initiative“ erschließt sich China neue Räume in Südostasien. Die autoritären Entwicklungen in der Region färben ab und haben Auswirkungen auf Demokratisierungsprozesse in anderen Ländern Asiens.

Weltweit werden rechte, konservative und fundamentalistische Bewegungen stärker und besetzen politische Schlüsselpositionen. Sie machen sich die Ängste und Frustrationen zu Nutze, die im Zuge von Globalisierung und zunehmender sozialer Ungleichheit gedeihen.

All dieser Besorgnis erregenden Entwicklungen zum Trotz verfolgt eine Vielzahl von Akteur*innen den Ausbau und die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Standards. Umweltschützer*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen, Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Minderheiten und Oppositionelle stehen zunehmend unter Druck. Doch trotz massiver Repression und der Beschneidung von Handlungsspielräumen vernetzen und solidarisieren sich Zivilgesellschaften – regional, national und transnational – um Gegenstrategien zu entwickeln.

Folgende Fragen werden uns in der südostasien 3/2019 unter anderen beschäftigen:

  • Wie ist die Situation in einzelnen Ländern Asiens? Inwiefern ist diese verknüpft mit regionalen und globalen Trends?
  • Was sind die Auswirkungen von Autoritarismus und Populismus auf die Menschenrechtssituation, Konfliktlandschaft, Wahlen und Demokratisierungsprozesse?
  • Wie sehen die (Gegen-)Strategien zivilgesellschaftlicher Akteur*innen, sozialer Bewegungen etc. aus?
  • Was haben diese Regime und Bewegungen für einen Einfluss auf Gender-Stereotypen und Geschlechterverhältnisse? Wie engagieren sich feministische oder auch LGBTIQ Bewegungen?
  • Welche Rollen übernehmen konventionelle und ‚soziale Medien’ unter dem Einfluss populistischer und autoritär geprägter Staaten? Wie wird Meinungs- und Informationsfreiheit verteidigt? Inwiefern werden gerade ‚soziale Medien’ als ‚agents for change’ oder auch zur Beeinflussung z. B. der öffentlichen Meinung genutzt?
  • Welche Wirtschaftspolitiken und Infrastrukturmaßnahmen verfolgen autoritäre Regime? Wie ist es um den Zugang und die Verteilung von natürlichen Ressourcen bestellt?

Wir möchten uns diesen Fragen in möglichst vielen verschiedenen Darstellungsformen widmen: Reportagen, Hintergrundberichte, Analysen, Portraits von Akteur*innen, Interviews oder auch Foto-Essays. Wir freuen uns auf eure Ideen! Bitte schickt sie uns vorab per Mail!

Deadline für Artikel (max. 15.000 Zeichen) ist der 30. Juli 2019.

Ausgewählte Artikel werden zusätzlich zur Publikation auf suedostasien.net in der gedruckten Broschüre „Asia First! Autoritarismen und das Ringen um Demokratie“ veröffentlich, die vom philippinenbüro e.V. und der Stiftung Asienhaus herausgegeben wird.

Informationen zur Redaktion

Medien
Bitte schick uns zum Artikel passende, qualitativ gute Fotos (min. 1000 px Breite, etwa 300 dpi).

Copyright & Copyleft
Copyrightfragen sollten vorab geklärt und die Bilder beschriftet werden (Fotograf und Bildtitel).
Grundsätzlich werden alle Inhalte unter einer Creative Commons Lizenz-Namensnennung (CC-BY) veröffentlicht.

Download
Call for paper – 3/2019 (deutsch)
Call for paper – 3/2019 (english)

Deadline
Deadline für Artikel (max. 15.000 Zeichen) ist der 30. Juli 2019.

Kontakt zur Redaktion:
Timo Duile:
Raphael Göpel:
Christina Grein:
Joanna Klabisch:
Mirjam Overhoff:
Monika Schlicher: